Meldungen - Nachrichten

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Kategorie-Archiv Dokumentation

Symbolbild (pixelio.de)

Beratungsstelle darf keine Flugblätter verteilen?

In einem Emsteker Schlachthof waren im vergangenen Jahr bei rumänischen Werkvertragsarbeitnehmern TBC-Fälle bekannt geworden, ein Arbeitnehmer verstarb an der Krankheit. Daniela Reim von der mobilen Beratungsstelle aus Oldenburg wollte deshalb im Dezember Informationen in der Landessprache verteilen, wurde aber vom Betriebsgelände verwiesen.

Wenig später erstattete der Schlachthofbetreiber Anzeige gegen Daniela Reim, wegen Hausfriedensbruch. Er bestritt, das Verteilen der Flugblätter sei Anlass für die Anzeige gewesen. Vielmehr habe man aus Sicherheitsgründen die Mitarbeiterin der Beratungsstelle aufgefordert, das Betriebsgelände zu verlassen. Dieser Aufforderung sei sie nicht nachgekommen.

Wie dringlich die umfassende Information der Werkvertragsarbeitnehmer/innen war, zeigen die TBC-Fälle. So war Mitte Dezember einer von ihnen gestorben, weitere waren an offener TBC erkrankt.


Brüder Kossen klagen Fleischindustrie an

Im August wandten sich Prälat Peter Kossen und sein Bruder Florian Kossen, Arzt in Goldenstedt (Kreis Vechta) mit schweren Vorwürfen gegenüber der fleischverarbeitenden Industrie an die hiesige Presse.

So berichtet Dr. Florian Kossen, dass fast täglich Arbeitsmigranten aus Rumänien, Bulgarien und Polen in seine Goldenstedter Arztpraxis kämen. Tätig seien sie in Großschlachthöfen in Wildeshausen, Ahlhorn und Lohne.
Ein großer Teil von ihnen sei völlig erschöpft durch lange Arbeitszeiten von sechs Tagen in der Woche und zwölf Stunden am Tag. Die Arbeits- und auch die Lebensbedingungen führten zu ständigen physischen und psychischen Druck.

Die Folge seien eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen: von Überlastungsschäden im Bereich der Extremitäten und Wirbelsäule über psychovegetative Dekompensationen bis hin zu hartnäckigen Infekten durch mangelhafte hygienische Zustände in den Unterkünften und gesundheitswidrige Bedingungen an den Arbeitsplätzen.

Die vollständige Schilderung der Brüder Kossen sollten sie lesen, u.a. zu finden bei der NWZ Online

NWZ berichtet: Wie es rumänischen Arbeitern auf dem Schlachthof ergeht

Unter dem Titel „Wir wurden behandelt wie Sklaven“ berichtet die Nordwest-Zeitung aktuell über unhaltbare Zustände auf einem Schlachthof in Oldenburg. „Sie arbeiteten bis zu 16 Stunden am Tag. Bezahlt wurden die Überstunden nicht – ungeachtet bestehender Gesetze.“ Und dann plötzlich die fristlose Kündigung des Anstellung, danach der „Wohnung“.Weiterlesen

Seit 1. Januar gesetzlicher Mindestlohn

Ab dem 1. Januar 2015 gilt erstmals in Deutschland ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro je Stunde einheitlich in West und Ost. Basis ist das Mindestlohngesetz (MiLoG) vom 11.8.2014. Es gibt allerdings Ausnahmen vom Mindestlohn für einzelne Personen- und Beschäftigtengruppen (Jugendliche, PraktikantInnen, Langzeitarbeitslose, ZeitungszustellerInnen). Ferner sind für einen Zeitraum von maximal zwei Jahren Ausnahmen für Branchen zulässig, in denen allgemeinverbindliche Tarifverträge repräsentativer Tarifparteien bestehen, wie zum Beispiel auf den Internetseiten „www.mindestlohn.de“ zu lesen ist.Weiterlesen

Es hat sich einiges und doch zu wenig getan. MT berichtet:

Zwei Jahre danach – was hat sich verändert? Das war die Frage, der die Teilnehmer eines Diskussionsabends im Essener Hotel am Rathaus nachspürten, zu dem die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) eingeladen hatte. Das Thema waren dabei die Zustände und Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten in der Fleischindustrie. Weiterlesen

Branchenmindestlohn Fleischwirtschaft gilt ab 1. August 2014

Mit der Verabschiedung der entsprechenden Rechtsverordnung des Bundesarbeitsministeriums hat das Bundeskabinett heute endgültig den Weg frei gemacht für die Einführung eines branchenweiten Mindestlohns für die deutsche Fleischwirtschaft: Er gilt ab dem 1. August 2014 für alle in der deutschen Fleischwirtschaft beschäftigten Menschen, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit und/oder der Tarifgebundenheit des Betriebes. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuß (ANG) hatten im Januar 2014 einen Mindestlohntarifvertrag geschlossen, nach dem der Branchenmindestlohn in insgesamt vier Stufen auf bis zu 8,75 Euro (ab 1. Dezember 2016) steigen soll. Darauf weist die Gewerkschaft NGG in einer Pressemeldung hin.Weiterlesen